Seit 2022 sind hessische Schulen gesetzlich dazu verpflichtet, ein Schutzkonzept gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch zu entwickeln. Effektivität und Sichtbarkeit des Schutzkonzepts müssen in regelmäßigen Abständen kritisch überprüft werden. Mit dem vorliegenden Befragungsangebot kann eine solche Überprüfung vorgenommen werden und der Umsetzungsstand eines bestehenden Schutzkonzepts evaluiert werden.
Das Modul „Schulklima“ kann auch eigenständig und unabhängig von Überlegungen im Zusammenhang mit dem Schutzkonzept eingesetzt werden, um daraus Ableitungen im Hinblick auf andere Schulentwicklungsprozesse ziehen zu können.
Einen Überblick über die verschiedenen Bereiche, zu denen die unterschiedlichen Gruppen (parallel) befragt werden, gibt die nachfolgende Tabelle.
| Schülerinnen und Schüler |
Lehrkräfte | weiteres Personal |
Eltern | |
|---|---|---|---|---|
| Schulisches Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler | ||||
| Schulisches Wohlbefinden der Beschäftigten | ||||
| Zugehörigkeit | ||||
| Zwischenmenschlicher Umgang zwischen Schülerinnen und Schülern | ||||
| Beziehung der Lehrkräfte zu den Schülerinnen und Schülern | ||||
| Beziehung der Schülerinnen und Schüler zu den Lehrkräften | ||||
| Regeln | ||||
| Partizipation |
Vorschau auf Befragungsbausteine und Items der Befragungsgruppen
Befragungsbausteine und Items für Lehrkräfte
Befragungsbausteine und Items für Schülerinnen und Schüler
Befragungsbausteine und Items für Eltern
Befragungsbausteine und Items für weiteres pädagogisches Personal
| Schülerinnen und Schüler |
Lehrkräfte | weiteres Personal |
Eltern | |
|---|---|---|---|---|
| Leitbild | ||||
| Interventionsplan | ||||
| Personalverantwortung im Kontext Schutzkonzept | ||||
| Fortbildungen | ||||
| Verhaltenskodex des Lehr- und Schulpersonals | ||||
| Partizipation bei Regeln | ||||
| Mögliche Ansprechstellen bei Gewalt | ||||
| Präventionsangebote | ||||
| Informiertheit (Wirksamkeit der Präventionsangebote) |
Vorschau auf Befragungsbausteine und Items der Befragungsgruppen
Befragungsbausteine und Items für Lehrkräfte
Befragungsbausteine und Items für Schülerinnen und Schüler
Befragungsbausteine und Items für Eltern
Befragungsbausteine und Items für weiteres pädagogisches Personal
1. Zum richtigen Zeitpunkt für eine Befragung
2. Zu den verschiedenen Einsatzmöglichkeiten des Befragungsangebots
3. Zur Einteilung der Befragungsgruppen
4. Zur Unterstützung (inhaltliche und methodische Expertise)
Sie können das Befragungsangebot zu unterschiedlichen Zeitpunkten sinnvoll einsetzen (vor, während und nach der Erstellung des Schutzkonzepts). Auch eine wiederholte Durchführung z.B. immer nach 2 Jahren ist empfehlenswert.
Während Sie die Befragungsbausteine zum Schulklima im Grunde zu jedem Zeitpunkt einsetzen können, ist es bei den Befragungsbausteinen zum Schutzkonzept wichtig, dass Sie je nach Zeitpunkt nur die Befragungsbausteine auswählen, zu denen Sie schon etwas entwickelt haben. Falls nicht, führen die Fragen „ins Leere“ und die Befragten können mit den Fragen nichts anfangen. In der Regel versuchen sie dann, die Fragen irgendwie zu beantworten statt eindeutig zurückzumelden, dass die Frage z.B. nicht beantwortet werden können. Mit solchen Ergebnissen können Sie bzw. Ihr Team nicht zielführend weiterarbeiten.
Sie haben verschiedene Möglichkeiten, das Befragungsangebot einzusetzen:
Bei der Einteilung der Beschäftigten Ihrer Schule in die Befragungsgruppen können Sie ruhig flexibel vorgehen. Je nach Schule kann es z.B. sinnvoll sein, die Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter und UBUS-Fachkräfte (als Personal Ihrer Schule und mit möglicherweise thematisch einschlägigen Aufgaben) eher den Lehrkräften zuzuschlagen, ggf. als eine Untergruppe.
Der Gruppe des weiteren pädagogischen Personals könnten Sie z.B. das Personal im Ganztag, aber auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sekretariats und der Schulhausverwaltung zuordnen. Ebenso in der Schule tätige Teilhabeassistenzen, die für eine umfassende Schutzstrategie sehr wichtig sind, zumal sie mit besonders vulnerablen Schülerinnen und Schüler arbeiten.
Lassen Sie sich gerne unterstützen! Sie können die methodische und fachlicher Expertise bereits bei der Vorbereitung der Befragung nutzen, z.B. bei der Auswahl des Zeitpunkts, der Befragungsbausteine sowie bei der Ergänzung mit eigenen Fragen. Auch bei der Auseinandersetzung mit den Ergebnissen können Sie sich methodisch unterstützen lassen, z.B. wie Sie „Ausreißer“ in den Ergebnissen einordnen können, warum es sinnvoll sein kann, den Blick nicht nur auf die Mittelwerte und Standardabweichungen, sondern auch auf die Häufigkeitsverteilungen im Ergebnisbericht zu lenken, warum es nicht darum geht, dass alle Ergebnisse im hohen Bereich liegen müssen und bei welchen Items kleinste „Ausreißer“ Anlass genug bieten, genauer hinzuschauen. Bei der Auswertung ist steht Ihnen auch die fachliche Expertise der extern Beratenden zur Verfügung.
Nutzen Sie gerne das Vorbereitungsblatt – damit gelingt das Anlegen der Befragung besonders schnell.
Wenn Sie sich den technischen Umgang mit dem Befragungsportal Schule einmal zeigen lassen möchten, dann nehmen Sie gerne an einer Live-Demonstration teil. Die Termine finden Sie hier.
Wenn Sie eine schulindividuelle Unterstützung bei der Planung Ihrer Befragung und/oder bei der inhaltlichen Weiterarbeit mit Ihren Ergebnissen wünschen, können Sie bei der Leitung pädagogische Unterstützung (LPU) Ihres Staatlichen Schulamts einen Beratungsantrag stellen. In dieser Übersicht finden Sie die für Sie zuständige Pädagogische Unterstützung von Schulen und Lehrkräften | schulämter hessen.de
Auch die Fachberatungsstellen in Hessen unterstützen Sie gerne mit ihrer inhaltlichen Expertise. Eine Liste der Fachberatungsstellen und die entsprechenden Kontaktdaten finden sich auf der Seite: https://lksf-hessen.de/ über Netzwerk > Fachberatungsstelle
Hinweise, wie ein Schutzkonzeptentwicklungsprozess allgemein gestaltet und Befragungsergebnisse zur (Weiter-)Entwicklung des schulischen Schutzkonzepts genutzt werden können finden sich im KMK-Leitfaden „Kinderschutz in der Schule: Leitfaden zur Entwicklung und praktischen Umsetzung von Schutzkonzepten und Maßnahmen gegen sexuelle Gewalt an Schulen“ sowie in der HMKB-Handreichung „Intervention und Prävention bei sexualisierter Gewalt im schulischen Kontext“. Beide Dokumente und weitere Informationen zur Schutzkonzeptentwicklung können auf der Internetseite des Hessischen Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen abgerufen werden (https://kultus.hessen.de/ unter Schulsystem > Schutzkonzepte gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch).